Desaster

Einfach aufstehen - nicht besoffen wirken. Noch schnell den Rest 100 Años - Tequila wegziehen. Nicht der Kellnerin in die Augen sehen, das koennte “einfach aufstehen - nicht besoffen wirken” ernsthaft entgegen wirken. Rausgehen, nicht wanken: Es regnet.

Die Regenzeit in Mexiko hat angefangen, das sehe ich nicht als Omen. Es riecht wieder so leicht nach Mist, das sehe ich nicht als Metapher. Es riecht eher so suesslich nach Mist; aber ich rieche auch seit kurzem rechts eher schlecht, genauer seit ich Nancys Schlankheitspille weggezogen habe und es dann auf links irgendwie gar nicht mehr ausprobieren wollte.

Ich bin einen guten Tag in Mexiko und eigentlich nur am Reagieren. Am Flughafen warten Doña Tina und Nancys Vater und ich will auf einmal gar nicht raus, nur zurueck nach Berlin, weil da viel zu viel unfinished business to do ist. Heute morgen auf der Delegacion, der Polizeistation, bei der Nancy ihren letzten Vor-Gerichtstermin hat, gegen die Ex-Freundin, ich stehe da europaeisch-imposant rum und schaue boese.

Jetzt regnet es halt wirklich arg.

Berlin war eigentlich ein Desaster..

Montag:

Ankommen, trinken, kiffen.

Dienstag:

Sightseeing, abends Pippin im Magnet. Pippin ist etwa fuenf Zentimeter groesser als ich. Zwei zweitkleinste Jaegermeister auf dem Weg in seine Wohnung in der Torstrasse, dann eine Flasche Wodka im Spaetkauf. Pippin: “Das reicht nicht.” Mehr weiss ich auch nicht.

Mittwoch:

Weiss ich auch nicht.

Donnerstag:

Sightseeing. Abends saufen mit Nancy und Cousine. Dann mit Cousine ins Weekend, Nancy zieht trotzig aus der Wohnung aus. Zum Weekend kann ich ebenfalls wenig sagen, nur dass ich am naechsten Morgen feststelle, dass dort Laurent Garnier auflegte.

Freitag:

Saufen, Panoramabar mit Nancy. Ein ganzes schlechtes und ein halbes gutes Teil. Speed. Langer Filmriss. Ins Zimmer von Cousine geschlichen, um Gras zu holen. Das Gleiche eine Stunde spaeter ohne Unterhosen. Rausgeschmissen worden.

Samstag:

Hotel, sightseeing, katering.

Sonntag:

Keine Erinnerung. Ach nee: Abends Roses, dann Franken Bar.

Montag:

Potsdam, Sanssouci, unter Weltkulturerbebaum geschissen.

Dienstag:

Netter Fucker, drei Flaschen Wein, schnelle Gespraeche, Mininase Pep, aufstehen um sechs.

Mittwoch:

Rueckflug. Feststellung: Desaster.

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