Same same but different
Wunderschoen gelegen, echt, Bergsicht, mit Schnee und so drumrum. Endsaubere Luft, Bauersnachbarn mit gesunden Kaelbern und von Hand gemolkenen Kuehen, glueckliches Pferd, gepflegtes Auto, schoener Rhythmus, stinkt nach Mist.
Im Haus herrscht dann beinah meditative Stille. An Kugeldekorationen vorbei steht man im Hauseingang, waehlt den blumenbemalten Schluessel aus dem Bund, zieht sich natuerlich vorher die Schuh aus, tritt ein. Ein warmer Buttergeruch, nicht wie bei Oma, sondern wie aus der Rama-Werbung, Plastikosterhasen spiegeln sich mit Weidenkätzchen im Parkett. Die Mutter gruesst, kuesst, und kann bald nicht mehr vor lauter versuchtem Verstaendnis, vor lauter auf immer verpasstem Anschluss, weint Traenen, das war mal, das war mal ich, ich find da gar keinen Weg mehr. Ich muss das jetzt nur managen.
Es geht weiter auf geheizten Fliesen, vorbei an Spiegeln, Ostergestecken, viel gebeiztem Holz; in der Kueche duftet Gruentee-Orange. Man kann da ueberhaupt nichts dagegen sagen. Man koennte dem ganzen Scheiss eigentlich sein Leben widmen. „Qué bonitas flores.“, sagt auch Nancy, was fuer schoene Blumen.
Ich bin pervers, tut mir leid, ich lutsch noch immer gern Schwaenze, ich zieh jede sonstwie gefaerbte und hingehaltene Line weg, ich such den Abgrund, ich brauche Techno, und ohne Verzweiflung fuehl ich nichts.
Ich bin auch bald wieder da.
In Berlin.